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Vortrag über die vier Grundtemperamente

Geisteskrankheiten vernünftig mischen

Sie sind in uns allen — und wenn nicht, haben wir ein Problem. Gemeint sind die vier Grundtemperamente, die Hans Peter Rasmussen in der Volkshochschule einem etwa 50-köpfigen Publikum vor­stellte. In einem mit viel Hu­mor gewürzten Vortrag be­schrieb er die besonderen Ei­genschaften der Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker und Sanguiniker. Für den Menschen ist es wichtig, eine Vernünftige Mischung der vier „Grundgeisteskrankhei­ten" in sich zu tragen, die, wenn sie nur isoliert auftre­ten, zur Katastrophe führen.

Mit schauspielerischem Ta­lent beantwortet Rasmussen viermal die Frage „Wie lange dauert ein 20-minütiger Ab­wasch". Der Choleriker schafft ihn in zwölf Minuten: Er arbeitet zielgerichtet, hat für alles ein System. Die Zei­tungen, die nur noch zum Ka­minholz anzünden gebraucht werden, sind nach Datum sor­tiert. Er ist davon überzeugt, „was ich tue, ist richtig; wenn Wahlen sind, werde ich ge­wählt, als Vorsitzender oder als Abgeordneter". Für den Choleriker ist das Leben ein Kampf, das Schönste ist Widerstand. Nicht nur mit lau­tem Grollen kann er Men­schen überrollen, sondern auch mit Mimik und Gestik. Rasmusson gab zu bedenken: „Viele wissen gar nicht, dass sie das tun"—beispielsweise in der Ehe. Die Aggressivität dieses Temperaments kann helfen, Probleme zu lösen: „Wer keine Verbindung zu seinem inneren Choleriker finden kann, hat es schwer."

Der Melancholiker, so Rasmussen, „ist gut darin, schwermütig zu sein". Seine Schwermut kann er verges­sen, wenn er anderen hilft, deshalb ist er der Tröstende, Behütende. Er lebt nach dem Motto „Man weiß, was man hat, aber man weiß nicht, was man kriegt." Deshalb hält der Melancholiker lieber eine schlechte Ehe aus, als sich auf etwas Neues einzulassen. Er fährt lieber zum 19. Mal nach Italien, als das erste Mal nach Frankreich. Für ihn gilt, „man soll immer das Schlechte er­warten", er gefällt sich als Märtyrer. Der Mann aus Aal­borg fasste zusammen: „Wer nicht zu seinem inneren Melancholiker finden kann, kann nicht trösten."

„Das phlegmatische Kind nimmt am Spielen der ande­ren teil, indem es zusieht. Rasmussen, der 22 Jahre lang als Lehrer an einer Waldorf­schule gearbeitet hat, berich­tete von einem Seminar, an dessen Ende sich ein Teilneh­mer entschuldigte,  dass  er durch seine Unruhe dauernd gestört habe. Tatsächlich jedoch, habe der Schüler die ganze Zeit über stocksteif da­gesessen und sei völlig unauf­fällig gewesen. Empfunden hatte er sich allerdings als zappelig, aber „es kommt nicht durch die Haut". Der Phlegmatiker zeichnet sich durch Ausdauer aus, er kann physischen und psychischen Schmerz ertragen. In einem Rollenspiel mit sich selbst stellte Rasmussen ein Ehe­paar dar. Der Mann erzählt seiner Frau, dass er zum Arzt gehen werde, weil er Schmer­zen im Magen hat. „Ach? Und wie lange schon?" „Etwa ein Jahr." Zu den Tugenden des Phlegmatikers zählte Ras­mussen, dass er Ruhe verbrei­ten und Choleriker entwaff­nen kann. Ein Schüler, der von seinem Lehrer niederge­putzt wird, weil er angeblich nicht aufpasst — von Rasmus­sen glaubwürdig als One-Man-Show dargestellt — er­widert auf das Geschrei: „Du hast da was Grünes zwischen den Zähnen."

Der Sanguiniker schließ­lich hat Probleme, bei der Sa­che zu bleiben, „übrigens, das erinnert mich an.. " Der rote Faden, dem der Choleriker folgt, „ist bei ihm vollkom­men verknotet". Er macht ein bisschen Abwasch, spielt ein bisschen Klavier, beginnt ei­nen Stuhl zu reparieren, wid­met sich dann wieder dem Abwasch. Eine Sache zielgerichtet zu Ende zu bringen empfindet er — ganz anders als der Choleriker — als lang­weilig. Unentbehrlich, so der Däne, ist der Sanguiniker in Sachen Humor. Und das sei wichtig, weil Lachen die ein­zige Stimmung dokumentie­re, in der der Mensch wirklich offen sei für Neues. „Wer kei­nen Weg zu seinem inneren Sanguiniker findet, dem fehlt der Humor — und der wird leicht einseitig."

Den Mienen in der Aula der VHS war anzusehen, dass sich die Vortragsbesucher an vielen Stellen wiedererkannten. Mancher mag sich am En­de gefragt haben, welches der vier Temperamente beim ihm die Oberhand hat.

 

Reise zu den vier

Temperamenten der Seele

Vortrag von Hans-Peter Rasmussen in der Diako

Flensburg

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Selbsterkenntnis der ganz anderen Art erlebten die Besucher des Vortrags von Hans Peter Rasmussen am Mittwoch Abend in der Diako. In schauspielerischer, musikalischer und in persönlicher Weise nahm der dänische Künstler, der sein Publikum nach dänischer Art duzte, seine Zuschauer mit auf eine Reise zu den vier Temperamenten der Seele.
Doch warum," so Hans Peter Rasmussen, „braucht man dieses alte, griechische Zeug der Temperamenten-Lehre heute eigentlich noch?" Es zeige dem Menschen seine Persönlichkeit auf und könne ihm dadurch helfen, seine Schwachpunkte zu entdecken und zu beheben, meinte er.
Ob der mit der Tür knallen-de Choleriker, der seine Umgebung oft unbewusst und ungebeten beschallt oder der durchs Leben schleichende Melancholiker — der jeweilige Mensch könne sich nur dann verändern und
entwickeln, wenn ihm seine Verhaltensweisen bewusst seien. Die Temperamenten-Lehre gliedert den mensch-lichen Charakter in vier Typen: den Choleriker, den Melancholiker, den Phlegma-tiker und den Sanguiniker.
Mit Wortwitz und schonungsloser Ehrlichkeit verstand es Hans-Peter Rasmussen die unterschiedlichen Temperamente wieder zu geben und dem Zuschauer einen Spiegel vorzuhalten — positive und negative Eigenschaften wurden gleichermaßen deutlich. In den vielen alltäglichen Beispielen konnte sich der Zuschauer immer wieder selbst erkennen, sei es in der Verhaltensweise des Cholerikers, sein Geschirr vor dem Abwasch akkurat vorzuordnen, oder in dem Wunsch des Melancholikers, auch im 16. Jahr in Folge zu ein- und demselben Urlaubsziel zu fahren.
Alle Temperamente seien unverzichtbar, meinte Rasmussen. Und ein Stück von jedem Temperament habe jeder Mensch in sich.

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